Judo bis zum Zweiten Weltkrieg

Eine eigene Organisation, die systematisch den Aufbau und die Verbreitung des Judo förderte und Wettkämpfe organisierte gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Hinderlich war auch die krasse Trennung der einzelnen Klassen (Adel, Bürger, Arbeiter), weshalb es auch kaum zu größeren Veranstaltungen kam, mit Ausnahme der Arbeiter Olympiade 1931 in Wien, in deren Rahmen bereits Ju-Jitsu-Kämpfe ausgetragen wurden. Sieger in dieser Disziplin wurden Franz Nimführ, Prosper Buchelle und Leopold Wunsch. Alle anderen Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene kamen nur auf Grund der Initiativen einzelner Vereine zustande. In dieser Art und Weise setzte sich die sportliche Tätigkeit bis zum „Anschluß” 1938 fort. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Sportvereine der „Ostmark” bzw. des „Alpen- und Donaugaus” in die Organisationen der NSDAP eingegliedert (hier der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen) – damals sagte man „gleichgeschaltet”. Aber auch im sogenannten „Großdeutschen Reich” stellten österreichische Athleten ihren Mann. So etwa siegte beim „1. Deutschen Sport- und Turnfest” in Breslau 1938 Ing. Ottokar Klimek im Schwergewicht der Altersklasse. Auch bei den „1. Gaumeisterschaften im Judo”, vom 18. bis 22. April 1939, waren „Ostmärker” erfolgreich. In der Jugendklasse siegte Alfred Olbort, in der Kampfklasse Edmund Gabriel (Federgewicht), Egon Seda (Leichtgewicht) und Franz Puscha (Halbschergewicht), in der Altersklasse Josef Ebetshuber (Leichtgewicht) und Ing. Ottokar Klimek (Schwergewicht). Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam der sportliche Betrieb zwar nicht gleich zum Stillstand, wurde aber zunehmend schwieriger, bis er kurz vor Kriegsende gänzlich zusammenbrach. Der Krieg riß große Lücken in die Reihen der heimischen Sportler, viele talentierte Judoka blieben auf dem „Feld der Ehre” zurück.

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