Olympische Spiele | Österreichischer Judoverband

Olympische Spiele

1964

Judo sollte schon vor dem Weltkrieg in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen werden. Dazu kam es aber vorerst nicht. Im Jahre 1964 fanden die Sommerspiele in Japan in Tokyo statt. Das IOC beschloß im September 1960, Judo für diese Spiele als Olympische Disziplin anzuerkennen. So kam es, daß in Tokyo zum ersten Mal auch eine asiatische Kampfsportart ausgetragen wurde. Der ÖJV wurde daher im Jahre 1962 in das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) aufgenommen. Die Bewerbe wurde in vier Gewichtsklassen – Leicht (bis 68), Mittel (bis 80), Schwer (über 80) und Offen (Allkategorie) – ausgetragen, wobei, wie früher bereits erwähnt, die Allkategorie gleichzeitig auch als Weltmeisterschaft galt. Qualifiziert und nominiert wurden vom ÖJV Karl Reisinger (ASKÖ-Graz), Leichtgewicht, Gerhard Zotter (ASKÖ-Graz), Leichtgewicht, und Alfred Redl (WVB-Wien), Mittelgewicht. Als Betreuer flog Verbandskapitän Kurt Kucera mit. Die Judo-Bewerbe fanden in der, kurz vor den Spielen eingeweihten, Nippon-Budokan-Halle statt. Gerhard Zotter gelang es in Tokyo den 6. Platz zu erringen. Nach Tokyo gab es eine kurze Unterbrechung, denn das Internationale Olympische Komitee (IOC) konnte sich nicht dazu entschließen, Judo auch 1968 in Mexico City in das Programm zu nehmen.

1972

Erst seit München 1972 ist Judo ein fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Zu diesen Spielen gibt es eine kleine Besonderheit zu berichten: Der „Olympische Fackellauf“, der das Feuer von Griechenland nach München bringen sollte, führte auch durch Österreich. Am zweiten Tag des Fackellaufes, es war dies der 22. August 1972, erhielt unser Nestor, der 1997 verstorbene Edmund Gabriel, die große Auszeichnung, die Fackel einen Kilometer weit zu tragen. Sein Teilstück verlief bis zur Stadtgrenze von Strengberg und war so ziemlich die steilste Strecke. Zur Erinnerung an diesen Fackellauf erhielt Edmund Gabriel die Fackel zum Geschenk. Man bedenken, Herr Gabriel war zu diesem Zeitpunkt bereits 61 Jahre alt!

Österreich war durch die Kämpfer Erich Pointner (LG), Gerold Jungwirth (WG), Lutz Lischka (MG), Eduard Aellig (HS), Erich Butka (SG) und Johann Pollak (AK) vertreten. Als Betreuer fungiert der Verbandskapitän Manfred Penz. Lutz Lischka erreichte dabei im Mittelgewicht den hervorragenden 5. Rang.

1976

Die gleiche Leistung, nämlich Platz fünf, erbrachte Erich Pointner im Leichtgewicht bei den Spielen 1976 in Montreal. Im Olympiakader befanden sich damals Erich Pointner (LG), Jurek Jatowtt (MG), Klaus Wallas (SG) und Johann Pollak (AK). Betreuer war Verbandskapitän Lutz Lischka.

1980

1980 in Moskau bestand der Kader aus Josef Reiter (bis 60 kg), Johann Leo (bis 71 kg), Peter Seisenbacher (bis 86 kg), Robert Köstenberger (bis 95 kg) und Franz Berger (AK). Leider ging Österreich auch bei diesen Spielen leer aus.

1984

Josef

Dann kamen die Spiele 1984 in Los Angeles. Dieses Jahr sollte das bisher erfolgreichste für den ÖJV werden. Das Olympiateam bestand aus Josef Reiter (bis 65 kg), Thomas Haasmann (bs 78 kg), Peter Seisenbacher (bis 86 kg) und Robert Köstenberger (bis 95 kg). Am 6. August wurde Josef REITER in der Klasse bis 65 kg Dritter und erwarb als erster österreichischer Judoka olympisches Edelmetall. Judo stand von nun an im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses in Österreich. Ja man könnte sagen, daß die Österreicher von ihren Fernsehgeräten nicht mehr wegzubringen waren, wenn Judo-Übertragungen auf dem Programm standen. Denn man wußte, in diesem Team wäre noch mehr drinnen. Drei Tage später, am 9. August, war die Sensation perfekt. Peter Seisenbacher wurde in der Klasse bis 86 kg Olympiasieger!

Erstmals ist in der Geschichte des österreichischen Judo war auch ein österreichischer Kampfrichter bei diesen Spielen dabei. Es war dies der Oberösterreicher Siegfried Spennlingwimmer (später ÖJV-Präsident 1991 – 1998), seit 17 Jahren Kampfrichter, seit 1974 IJF-B-Kampfrichter und seit 1981 IJF-A-Kampfrichter. Auf Grund seiner kontinuierlich guten Leistungen auf der Matte durfte er sogar zwei Finali leiten, nämlich das erste in der Klasse bis 60 kg und das letzte in der Allkategorie. Von offizieller Seite wird sogar verkündet, daß Siegfried Spennlingwimmer der beste Judo-Kampfrichter dieser Olympischen Spiele war.

Einen kleiner Wermutstropfen gab es schon, nämlich durch die Absage der Ostblock-Athlteten, die daher nicht an diesen Spielen teilnahmen. Als Peter Seisenbacher dann aber ein Jahr später, am 27. September 1985, die Weltmeisterschaft gewinnen konnte meiner er:

„Olympiasieg ist Olympiasieg. Aber irgendwie gibt mir dieser WM-Titel viel. Ich konnte beweisen, daß Los Angeles kein Zufallserfolg war und ich die Kämpfer aus dem Osten auch besiegen kann!”

1988

Peter Seisenbacher

Bei diesen Spielen waren erstmals auch die Frauen vertreten. Ihre Kämpfe galten zwar noch als Vorführbewerb, es stand jedoch fest, daß sie ab 1992 fix bei Olympischen Spielen dabei sein werden. Die Judo-Bewerbe wurden in der Changchung-Halle, die zum Changchung-Gymnasium gehört, im Zentrum der Stadt Seoul ausgetragen. Am 26. September kämpfte Josef Reiter in der Klasse bis 65 kg, am 28. Septebmer Peter Reiter in Klasse bis 78 kg, am 29. September Peter Seisenbacher in der Klasse bis 86 kg und Roswitha Hartl in der Klasse bis 66 kg. Im Vorführbewerb holte sich Roswitha Hartl die Bronzemedaille. Peter Seisenbacher vollbrachte ein Kunststück, das zuvor noch keinem Judoka der Welt geglückt war, er wurde zum zweiten Mal Olympiasieger . Im „JUDO-magazin” des DJB schrieb Jörn JASCHKE in seinem Bericht über die Spiele (S. 4-9) auf Seite 8:

„Mit der Goldmedaille kämpfte sich Seisenbacher nicht nur in die Herzen seiner Landsleute, allen voran EJU-Präsident Kurt Kucera, der sichtlich bewegt den einzigen Medaillengewinn seines Vaterlandes auf diesen Olympischen Spielen registrierte, sondern auch in die Annalen der olympischen Judogeschichte. Der knochenharte Österreicher war der erste Judoka, dem es gelang, bei Olympischen Spielen zweimal auf der obersten Stufe des Treppchens zu stehen.”

Um die sportliche Fairness nicht zu kurz kommen zu lassen sei erwähnt, daß dieses Kunststück einen Tag später auch Hitoshi Saito in der Klasse über 95 kg gelang.

1992

1992 fanden die Olympischen Spiele in Barcelona statt. Erstmals waren, wie bereits erwähnt, auch die Frauen als vollwertige olympische Disziplin am Start. Das österreichische Team bestand aus Michaela Bornemann (bis 48 kg), Barbara Eck (bis 56 kg), Susanne Profanter (bis 61 kg), Norbert Haimberger (bis 71 kg) und Anton Summer (bis 78 kg). Leider konnte keine Medaille für Österreich errungen werden.

1996

Walter Hanl

Ebenfalls ohne Medaille blieb unser Team bei den Spielen 1996 in Atlanta (USA). Im Kader waren Mariella Spacek (bis 66 kg), Thomas Schleicher (bis 71 kg), Patrick Reiter (bis 78 kg) und Eric Krieger (über 95 kg).

Anschließend an die Olympischen Spiele fanden 1996 in Atlanta die Paralympischen Spiele statt. Und auch hier trumpfte ein Österreicher auf. Richtig es war wieder Walter Hanl, der bei den Sehbehinderten in der Klasse über 95 kg die Goldmedaille erringen konnt.

2000

Unser Team blieb bei den Spielen in Sydney (AUS) abermals ohne Medaille. Im Kader waren Christoph Stangl (bis 73 kg), Patrick Reiter (bis 81 kg) und Franz Birkfellner (bis 100 kg).

Große Freude gab es jedoch bei den anschließenden Paralympischen Spiele. Walter Hanl beschließt sein außergewöhnliche Karriere mit der zweiten Goldmedaille und zwar in der Klasse bis 100 kg.

2004

Claudia Heill

Der ÖJV-Kader bestand für die 28. Sommerspiele in Athen nur aus zwei Athlteten, nämlich Ludwig Paischer (bis 60 kg) und Claudia Heill (bis 63 kg).

Claudia Heill gewann dabei als erste Frau in der österreichischen Judo-Geschichte Edelmetall, eine Silbermedaille, bei Olympischen Spielen.

2008

Ludwig "Lupo" Paischer

Die 29. Olympischen Sommerspielge fanden vom 8. bis 24. August in der chinesischen Hauptstadt Peking statt. Der ÖJV-Kader bestand aus drei Athleten, nämlich Ludwig Paischer (bis 60 kg), Sabrina Filzmoser (57 kg) und Claudia Heill (bis 63 kg).

Sensationell holt Ludwig Paischer gleich am ersten Tag der Judo-Bewerbe die Silbermedaille. Er unterliegt nur im Finale dem Südkoreaner Cho Min Ho. Bei den Frauen lief es leider nicht so gut. Sabrina Filzmoser schied nach ihrem ersten Kampf leider aus und Claudia Heill verpasst mit einem fünften Platz nur knapp eine weitere Medaille.

2010

Christine Huck mit Marko Spittka


Erstmals veranstaltet das IOC Youth Olympic Games in Singapur. Aus Österreich konnten sich Christine HUCK -52 kg und Michael GREITER qualifizieren.
Christine HUCK gewinnt dabei sensationell die Bronzemedaille, Michael GREITER wird Siebenter.

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