Weltmeisterschaften | Österreichischer Judoverband

Weltmeisterschaften

Walter Gauhs

1956 wurde in Tokyo, in der Mutterstadt des Judo, die erste Weltmeisterschaft ausgetragen. Der ÖJV entsandte zu dieser Meisterschaft Walter Gauhs, sowie als Betreuer Franz Nimführ, den damaligen Präsidenten. Und was niemand für möglich hielt, GAUHS lieferte den längsten Kampf gegen einen Japaner. Er leistete dem damaligen japanischen Meister YOSHIMATSU 4 Minuten und 25 Sekunden Widerstand. Zum Vergleich schieden alle übrigen Nichtjapaner nach 7 oder längstens 32 Sekunden aus.

Die zweite Weltmeisterschaft fand 1958 ebenfalls in Tokyo statt und Walter Gauhs war abermals der Vertreter Österreichs. Dann, um mit den Olympischen Spielen nicht zu kollidieren, wurde zweimal der Veranstaltungsrhythmus gewechselt. Die dritte Weltmeisterschaften fand 1961 in Paris statt und die vierte wurde gemeinsam mit den Olympischen Spielen 1964 in Tokyo abgehalten. Das heißt, der Sieger im Bewerb ohne Gewichtsklassen (heute Allkategorie oder Open) zählte auch als Weltmeister. Seit 1965 werden die Weltmeisterschaften alle zwei Jahre ausgetragen. Und wie die hervorragende Leistung von Walter Gauhs zeigt, spielten österreichische Athleten seit der Durchführung dieser Welttitelkämpfe eine wesentliche Rolle, obwohl wir bei den Männern erst einen Weltmeister stellten. Peter Seisenbacherkonnte im Jahre 1985 in Seoul diesen Titel erringen. Und das waren die bisherigen Erfolge bei Weltmeisterschaften:

  • Johann POLLAK belegte bei der WM 1975 in Wien 5. Platz im Halbschwergewicht.
  • Robert KÖSTENBERGER errang im Halbschwergewicht bei der WM 1979 in Paris den 5. Platz.
  • Robert KÖSTENBERGER wurde 1981 bei der WM in Maastricht in der Allkategorie Fünfter.
  • 5. Plätze gab es 1983 in Moskau für Josef REITER (bis 65 kg) und Peter SEISENBACHER (bis 86 kg).
  • Manfred HIPTMAIR (bis 60 kg) belegte 1991 in Barcelona den 7. Platz.
  • Patrick REITER (bis 78 kg) wurde 1995 in Makuhari Dritter, Thomas SCHLEICHER (bis 71 kg) Siebenter.
  • Patrick REITER holte 1997 in Paris in der Klasse bis 78 kg Bronze.
  • Patrick REITER wurde 1999 in Birmingham in der Klasse bis 81 kg Siebenter.
  • In Kairo 2005, bei der ersten WM auf afrikanischem Boden, wurde Ludwig „Lupo“ PAISCHER in der Klasse bis 60 kg Vize-Weltmeister.
  • Bei den 25. Judo-Weltmeisterschaften 2007 in Rio de Janeiro holt Ludwig „Lupo“ PAISCHER in der Klasse bis 60 kg Bronze, Andreas MITTERFELLNER (bis 66 kg) und Franz BIRKFELLNER (offenen Klass) belegen jeweils den 7. Rang.
  • 2010 bei den Weltmeisterschaften in Tokio konnten sich Ludwig PAISCHER und Max SCHIRNHOFER auf dem 7.Platz klassieren.

Nicht zu vergessen wären auch hier die großartigen Erfolg bei den Junioren-Weltmeisterschaften, wo Österreich immer an den vorderen Rängen mitmischt. Zweimal konnten die Nachwuchskämpfer einen WM-Titel erobern.

1976 – Junioren-WM in Madrid – Robert KÖSTENBER bis 95 kg
1992 – Junioren-WM in Buenos Aires – Patrick REITER bis 71 kg

Auch hier konnte der Österreicher Walter Hanl bei den Versehrten-Weltmeisterschaften seine Klasse unter Beweis stellen. Denn 1995 holte er in den USA bei den Sehbehinderten im Schwergewicht den Weltmeistertitel.

Frauen

Dr. Gerda Winklbauer

Die erste Frauen-Weltmeisterschaft wurde 1980 in New York ausgetragen. Maßgebenden Anteil dafür, daß die IJF die Durchführung einer Weltmeisterschaft für Frauen beschloß, hatte dabei der ÖJV. Schon 1977 wurde über die Möglichkeit solcher Meisterschaften intensiv diskutiert. Die Delegation des ÖJV mit EJU-Vizepräsident Prof. Kurt KUCERA, dem Technischen Direktor Erich NICHAM und Verbandskapitän Norbert HERMANN setzte sich vehement für die Durchführung ein. Noch im selben Jahr wurde ein außerordentlicher Kongreß der IJF in London abgehalten, wo schließlich der Antrag des ÖJV zur Ausrichtung von Weltmeisterschaften für Frauen angenommen wurde. Und die erste WM wurde für Österreich ein riesen Erfolg, denn drei Athletinnen eroberten auf anhieb den Titel, nämlich Edith HROVAT (bis 52 kg), Dr. Gerda WINKLBAUER (bis 56 kg) und Edith SIMON (bis 66 kg). Und das waren die weiteren Erfolge österreichischer Athletinnen bei einer Weltmeisterschaft:

  • Karin POSCH erobert 1982 in Paris die Bronzemedaille.
  • Edith HROVAT wurde 1984 in Wien in der Klasse bis 52 kg Zweite und Dr. Gerda WINKLBAUER (bis 56 kg) schaffte den dritten Platz.
  • Edith HROVAT konnte 1986 in Maastricht den fünften Platz erobern.
  • Roswitha HARTL (bis 66 kg) holte 1987 in Essen Bronze.
  • 1989 in Belgrad eroberten Petra PROFANTER (bis 56 kg) und Roswitha HARTL (bis 61 kg) jeweils Platz sieben.
  • Susanne PROFANER (bis 61 kg) belegte 1991 in Barcelona Platz fünf.
  • Mariella SPACEK (bis 66 kg) belegte 1995 in Makuhari den 7. Platz.
  • Claudia HEILL (bis 63 kg) belegte 2001 in München den 5. Platz.
  • Mit dem 3. Platz in der Klasse bis 57 kg holte Sabrina „Sabsi“ Filzmoser 2005 in Kairo die zweite Medaille für Österreich.
  • Bei den 25. Judo-Weltmeisterschaften 2007 in Rio de Janeiro belegt Claudia HEILL in der Klasse bis 63 kg den 7. Rang.
  • 2010 holte Sabrina Filzmoser in Tokio ihre 2. Bronzemedaille.
  • Hilde DREXLER eroberte 2011 in Paris Platz 7.

Bei der Juniorinnen gab es bisher folgende Weltmeisterinnen aus Österreichischer Sicht:

  • Bernadette GRAF in der Klasse -70 kg bei den Weltmeisterschaften U20 in Kapstadt.

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